LEBENS­VERSICHERUNG ANFECH­TUNG

Man­dan­ten­in­for­ma­ti­on 6
21.08.2017

LEBENS­VERSICHERUNG ANFECH­TUNG

Man­dan­ten­in­for­ma­ti­on 6
21.08.2017

SEHR GEEHR­TE MAN­DANT­SCHAFT

Wie in der Ange­le­gen­heit „Anfech­tung – Rück­tritt – Lebens­versicherung“ bereits mehr­fach berich­tet, haben wir für unse­re Man­dan­ten kei­nen Rück­tritt (in Deutsch­land Wider­ruf) erklärt. Der Grund liegt dar­in, dass vor allem in Deutsch­land eine Judi­ka­tur vor­herrscht, wel­che bei einem Rück­tritt / Wider­ruf prak­tisch nicht mehr als die ein­be­zahl­ten Prä­mi­en abzüg­lich Risi­ko­prä­mie abzüg­lich Fonds­ver­lus­te zuspricht.

Wie bereits mehr­fach betont, fech­ten wir die Lebens­ver­si­che­rungs­ver­trä­ge wegen Arg­list an. Arg­list ist die zivil­recht­li­che Toch­ter des straf­recht­li­chen Betru­ges. Nach unseren Behaup­tun­gen, wel­che durch zahl­rei­che Gut­ach­ten belegt sind, haben die Ver­si­che­rer Ren­di­ten ver­spro­chen, wel­che unter kei­nen Bedin­gun­gen erziel­bar waren.

Die man­geln­den Ren­di­ten sind nicht auf die Lage im Kapi­tal­markt zurück­zu­füh­ren. Die Ren­di­te ist des­halb nicht zu erzie­len, weil mehr als ein Duzend Kos­ten­ar­ten vom Anle­ger­geld abge­zo­gen werden. Der ver­blei­ben­de Rest schafft es nicht ein­mal, lang­fris­tig einen Infla­ti­ons­aus­gleich zu erwirt­schaf­ten.

Wir konn­ten zwi­schen­zeit­lich mit eini­gen, klei­ne­ren Versicherungen in Liech­ten­stein und Öster­reich Indi­vi­du­al­ver­glei­che abschlie­ßen. Die Ver­glei­che sind jeweils mit einer Still­schwei­gen­s­klau­sel belegt.

Der Kampf mit den Ver­si­che­rern wird sich, falls die Ver­si­che­rer nicht ein­len­ken, noch über Jah­re hin­durch zie­hen. Ver­gleich­ba­re Fäl­le, wel­che wir in einem effi­zi­en­ten Rechts­sys­tem (Liech­ten­stein) durch­ge­zo­gen haben, erfor­der­ten eine Ver­fah­rens­dau­er von nahe­zu einem Jahr­zehnt. Letzt­lich haben wir jedoch, mit Hil­fe meh­re­rer Pro­zess­fi­nan­zie­rer, obsiegt.

Beson­ders trist ist die Situa­ti­on bei Per­so­nen, wel­che die Lebens­versicherung als Til­gungs­trä­ger für einen end­fäl­li­gen Fremd­wäh­rungs­kre­dit abge­schlos­sen haben. Die Til­gungs­trä­ger-End­fäl­lig­keit-Vari­an­te bringt für den Kun­den mit abso­lu­ter Sicher­heit einen Ver­lust. In der Regel stei­gen die Schul­den in der Fremd­wäh­rung. Die Ver­si­che­rung erwirt­schaf­tet in der Regel nicht ein­mal das, was ein­be­zahlt wur­de. Die Sche­re, wel­che den Scha­den bil­det, wird immer grö­ßer.

Wir raten daher all unseren Kun­den, die fonds­ge­bun­de­nen Lebens­ver­si­che­run­gen zum nächst­mög­li­chen Ter­min zu kündigen. Das Gut­ha­ben aus der Lebens­versicherung soll­te, falls es für einen Kre­dit ver­pfän­det ist, an die Bank ein­be­zahlt werden. Beim Lebens­ver­si­che­rungs­ver­trag ver­glei­chen wir das Ver­spro­che­ne mit dem tat­säch­lich Aus­be­zahl­ten. Die Dif­fe­renz kla­gen wir im Regel­fall ein.

Im Übri­gen haben eini­ge Ver­si­che­rer bereits ein­ge­se­hen, dass sie sei­ner­zeit Ren­di­ten ver­spro­chen haben, wel­che jen­seits von gut und böse waren. Die hohen Ver­spre­chen waren vor allem davon getrie­ben, dass Vor­stän­de den Aktio­nä­ren ja Gewin­ne ablie­fern müs­sen. Die­se Gewin­ne konn­ten nur dann erzielt werden, indem den Kun­den mög­lichst viel Geld weg­ge­nom­men wird.

 

v, el 588/15 le, sch, 21.08.2017