Nach Scheu­nen­brand am Ran­de der Exis­tenz: Wir kla­gen gegen die Ver­si­che­rung

August 2019

 

 

Am 4. Mai 2018 stellt ein Land­wirt sei­nen Trak­tor in der wohl­ver­dien­ten Mit­tags­pau­se in der Scheu­ne ab, um nach dem Essen mit den Mäh­ar­bei­ten fort­zu­fah­ren. Nach kur­zer Zeit kommt es in der Scheu­ne zu einem Kurz­schluss am Trak­tor und er gerät in Brand. Das Feu­er greift auf die Scheu­ne über. Sie brennt mit­samt Inhalt nie­der. Zum Brand­zeit­punkt befin­den sich etwa 100 Stroh­bal­len in der Scheu­ne.

 

Ver­si­che­rung will nach Scheu­nen-Brand nicht zah­len

Die Ver­si­che­rung lehnt jede Zah­lung ab, da in den Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen fol­gen­der Leis­tungs­aus­schluss beinhal­tet sei:

Kraft­fahr­zeu­ge mit Ver­bren­nungs­mo­to­ren und deren Treib­stoff dür­fen weder dau­ernd oder vor­über­ge­hend in Scheu­nen oder ande­ren Gebäu­den, wo leicht brenn­ba­re Stof­fe lagern, unter­ge­bracht oder als sta­tio­nä­re Antriebs­quel­le ver­wen­det werden.“

Durch das Abstel­len des Trak­tors in der Scheu­ne sei gegen die Sicher­heits­vor­schrif­ten und feu­er­po­li­zei­li­che Rege­lun­gen ver­sto­ßen wor­den und eine Gefah­ren­er­hö­hung her­bei­ge­führt wor­den.

Der mit­tel­lo­se Land­wirt steht am Ran­de sei­ner Exis­tenz. Er wen­det sich an unse­re Kanz­lei und wir kla­gen erfolg­reich.

Ein Leis­tungs­aus­schluss wur­de nicht wirk­sam ver­ein­bart. Ein der­ar­ti­ger Aus­schluss ist inhalt­lich gegen­über einem Land­wirt auch gröb­lich benach­tei­li­gend und damit nicht anwend­bar. Der Ver­si­che­rung war die Situa­ti­on vor Ort, also das regel­mä­ßi­ge Abstel­len des Trak­tors in der Scheu­ne, bekannt. Auf dieser Basis wur­de der Ver­trag abge­schlos­sen und somit aner­kannt. Feu­er- und gefahr­po­li­zei­li­che Rege­lun­gen sind in die­sem Fall nicht anwend­bar.

 

Kanz­lei Vogl kann Teil­sieg errin­gen, der Pro­zess geht wei­ter

Der Gesamt­scha­den am Gebäu­de und am Inven­tar beträgt inklu­si­ve Ent­sor­gungs- und Abbruch­ko­sen mehr als 540.000 Euro. Das Erst­ge­richt hat den vor­erst gel­tend gemach­ten Teil­be­trag zuer­kannt. Die Kanz­lei Vogl hat die Nach­kla­ge über alle wei­te­ren fäl­li­gen Ansprü­che, wie Neu­wert­er­satz der bis­he­ri­gen Wiedererrichtung/Ersatzkäufe und Zeit­wert­er­satz aller wei­te­ren beschä­dig­ten Gebäu­de­tei­le und Ein­rich­tun­gen, auf den Weg gebracht.

Wir sind gespannt, wie sich dieser Fall ent­wi­ckelt und werden wei­ter­hin dar­über berich­ten.